Vergangene Treffen

Queere Brieffreundschaften – Ein paar Erfahrungen

Vor ein paar Wochen haben wir auf dem Queerdenker*-Instagram eine Börse für Brieffreundschaften eröffnet. Das hat unheimlich viel Anklang bei Euch gefunden und 160 Kommentare sind unter dem Post zusammengekommen. Lauter tolle Steckbriefe mit Euren vielfältigen Interessen, liebe Antworten und viele Kontaktanfragen!
Diese Aktion hat nicht nur uns selber überrascht, sondern auch gezeigt, wie viel Bereitschaft in der Community zum Vernetzen und Austauschen während der Isolation da ist. Genau so können wir als Gesellschaft auch positive Dinge aus dieser Krise mitnehmen, uns auch ohne physischen Kontakt nah sein und Neues kennenlernen.
Inzwischen haben auch ein paar Menschen ihre Erfahrungen mit der Brieffreundschafts-Börse mit uns geteilt. Und wir wollen das durch einige Auszüge jetzt auch mit Euch teilen – Vom Kennenlernen bis zur Freundschaft war einiges dabei!

„Die Leute, die ich angeschrieben habe, habe ich hauptsächlich durch ähnliche Interessen gefunden, oft war es glaube ich das Lesen oder Gärtnern.“

„Ich habe vor allem nach potenziellen Freunden gesucht, mit denen ich einige Interessen oder Erfahrungen teile, zum Beispiel Malen, Zeichnen, Comics aber auch trans (ftm) sein.“

„Ich bin durch Zufall auf die Brifeffeundschafts-Börse auf Instagram gestoßen und fand es richtig schön, weil ich ein paar Tage vorher sogar einer Freundin geschrieben habe, dass ich voll gern Briefe schreiben würde.“

„Ich finde es schön sich für die Briefe richtig Zeit zu nehmen und sich miteinander auszutauschen und auch Kraft zu geben in dieser nicht so schönen Zeit.“

„Inzwischen schreibe ich noch mit einer Person über Instagram und mit einer Anderen habe ich schon einige Briefe ausgetauscht. Wir haben dabei festgestellt, dass wir beide Postkarten sammeln und schicken uns jetzt gegenseitig welche, die dann immer im jeweils anderen Zimmer landen.“

„Ich habe mit einem anderen Trans-Jungen Kontakt aufgenommen, der auch gerne zeichnet und sich für Comics und Filme interessiert, die ich auch mag. Als wir dann unsere Adressen ausgetauscht haben, hat sich herausgestellt, dass er gerade mal zwei Orte weiter von meinen Eltern entfernt wohnt! Das war ein echt unerwarteter und cooler Zufall, vor allem weil ich den Ort selbst auch gut kenne! Inzwischen haben wir schon Briefe ausgetauscht und beschlossen, dass wir uns unbedingt mal treffen sollten, wenn ich meine Eltern nach der ganzen Quarantäne-Zeit mal wieder besuche. Aber auch sonst bin ich froh, ihn kennengelernt zu haben, weil ich mich mit ihm auch über Trans-ftm-Sachen austauschen kann, wie die Planung und Tipps für meine Mastektomie, die hoffentlich noch dieses Jahr stattfinden wird.“

„Mich hat diese Gelegenheit total gefreut, da ich früher schon gerne Briefe geschrieben habe und auch einige Brieffreundinnen hatte, bei denen dann doch leider immer der Kontakt abgebrochen ist. Gerade momentan sehe ich die Briefe als schöne Möglichkeit den Alltag etwas interessanter zu machen, andere Leute etwas näher kennenzulernen und nette Gespräche zu führen. Und auch wenn das vielleicht irgendwann wieder abbricht, so ist es doch für den Moment sehr schön.“

Wir danken den Menschen, die uns ihre Geschichten erzählt haben und wünschen allen Brieffreunden hier noch viele bunte Postkarten, schöne Briefe und vielleicht sogar echte Begegnungen, wenn wir die Isolationszeit hinter uns haben.
Bleibt gesund, passt auf Euch und Eure Mitmenschen auf und vor allem: Schreibt viele, viele Briefe!

Bis hoffentlich bald,
Eure Queerdenker*innen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s